Ver­letz­lich­keit

Kul­tur der Unzulänglichkeit

  • Man­gel ist das Pro­blem des »Nicht-ge­nug-Seins«. Man­gel flo­riert in ei­ner Kul­tur, wenn sich je­der des Man­gels über­mä­ßig stark be­wusst ist.
  • „Wir ver­brin­gen vie­le Stun­den und Tage un­se­res Le­bens da­mit, zu hö­ren, zu er­klä­ren, uns dar­über zu be­schwe­ren oder Sor­gen zu ma­chen, was nicht ge­nug ist“ (Lyn­ne Twist)

 

Drei Merk­ma­le ei­ner Mangelkultur

  • Scham
  • Ver­gleich
  • Rück­zug

 

Ver­letz­lich­keit be­deu­tet Un­ge­wiss­heit, Ri­si­ko­be­reit­schaft und emo­tio­na­le Exposition

  • Werft eure Of­fen­heit nicht weg, die eine gro­ße Be­loh­nung hat. (He­brä­er 10.35)
  • „Als Kin­der dach­ten wir im­mer alle, wenn wir erst ein­mal groß sind, wer­den wir nicht län­ger ver­letz­lich sein. Aber er­wach­sen wer­den be­deu­tet, Ver­letz­lich­keit ak­zep­tie­ren, und le­ben­dig sein heißt ver­letz­lich sein.“ (Ma­de­lei­ne L’Engle)

 

Scham ver­ste­hen und überwinden

  • Scham ist universell.
  • Es gibt eine Angst, über Scham zu sprechen.
  • Je we­ni­ger wir über Scham spre­chen, umso mehr Kon­trol­le ge­winnt sie über un­ser Leben.
    • Scham ist das schmerz­haf­te Ge­fühl zu glau­ben, dass wir feh­ler­haft sind und des­halb kei­ne Lie­be und Zu­ge­hö­rig­keit ver­die­nen. Es ist die Angst vor der Beziehungslosigkeit.
  • „Je­des Mal, wenn je­mand ei­nen neu­en Ein­fall zu­rück­hält, sei­nem Vor­ge­setz­ten nicht das un­be­dingt not­wen­di­ge Feed­back gibt und Angst hat, vor ei­nem Kun­den das Wort zu er­grei­fen, kön­nen Sie da­von aus­ge­hen, dass Scham eine Rol­le ge­spielt hat.“ (Pe­ter Sheahan)

Es braucht eine Scham-Re­si­li­enz, weil eine Scham-Re­sis­tenz un­mög­lich ist.

 

Ver­gleichsar­se­nal zur Un­ter­drü­ckung der Verletzlichkeit

  • He­gen von Be­fürch­tun­gen und ne­ga­ti­ver Erwartungen
    • Ge­gen­mit­tel: Dank­bar­keit üben
  • Per­fek­tio­nis­mus
    • Ge­gen­mit­tel: Schön­heit von Krat­zern und Rissen
  • Be­täu­bung von Gefühlen
    • Ge­gen­mit­tel: Spi­ri­tua­li­tät ent­wi­ckeln, Ver­bun­den­heit und Zu­ge­hö­rig­keit kultivieren

 

Rück­zug wird pro­vo­ziert durch: Stra­te­gie vs. Kultur

  • Was ist un­ser Ziel vs. So ma­chen wir das hier
  • Die Kul­tur ist die Stra­te­gie zum Frühstück

 

Rück­zug durch Wertelücke

  • Wunschwer­te vs. Prak­ti­zier­te Werte
    • Wunschwer­te: Ehr­lich­keit und Integrität.
      • Um­set­zung in der Pra­xis: weg­ar­gu­men­tie­ren und die Din­ge schlei­fen lassen.
    • Wunschwer­te: Re­spekt und Verantwortlichkeit.
      • Um­set­zung in der Pra­xis: Be­quem­lich­keit ist wichtiger.
    • Wunschwer­te: Dank­bar­keit und Respekt.
      • Um­set­zung in der Pra­xis: Hän­se­lei­en, al­les für selbst­ver­ständ­lich halten.
    • Wunschwert: Gren­zen setzen.
      • Um­set­zung in der Pra­xis: Re­bel­li­on und Cool­sein sind wichtig.
  • Ver­tu­schungs­kul­tur: Wenn das Sys­tem über dem Ein­zel­nen steht.
  • Be­ding­ter Selbstwert

 

In ei­ner Welt, in der Man­gel und Scham do­mi­nie­ren und Angst zu ha­ben uns zur zwei­ten Na­tur ge­wor­den ist, ist Ver­letz­lich­keit schon fast et­was Sub­ver­si­ves, et­was Un­be­hag­li­ches. So­bald sie je­doch zur Spra­che ge­bracht, be­wusst ge­macht und ver­stan­den wor­den ist, wird eine Rück­kehr zu den al­ten Zu­stän­den fast un­mög­lich, und das hat erns­te Folgen.